aus DresdenMaximilian Harden hielt am 20.11.1912 um 20 Uhr in Dresden einen Vortrag: „Maximilian
Harden hält seinen angekündigten Vortrag über den Balkankrieg diesen Mittwoch abends
8 Uhr im Vereinshause.“ [Dresdner Neueste Nachrichten, Jg. 20, Nr. 316, 20.11.1912,
S. 3] Die „Dresdner Neuesten Nachrichten“ (siehe unten) haben ihn ausführlich gewürdigt
[vgl. Maximilian Harden über die politische Lage. In: Dresdner Neueste Nachrichten,
Nr. 317, 22.11.1912, S. 3].
(Postkarte: Herrn Frank Wedekind
München)
22.11.12
Herzlichen DankHinweis auf ein nicht überliefertes Begleitschreiben zur Buchsendung (oder eine Widmung
im Buch); erschlossenes Korrespondenzstück: Wedekind an Maximilian Harden, 19.11.1912.
Wedekind hat ein druckfrisches Exemplar der Luxusausgabe von „Franziska. Ein modernes
Mysterium“ (von 50 Exemplaren nach der 1. Auflage) nach Berlin geschickt, die soeben
im Georg Müller Verlag als erschienen gemeldet war [vgl. Börsenblatt für den Deutschen
Buchhandel, Jg. 79, Nr. 271, 21.11.1912, S. 14707]., verehrter und lieber Herr Wedekind.
Aufrichtig freue ich mich dieser schönen Ausgabe. Es geht
nun doch rasch vorwärts. Endlich.
Gern und dankbar gedenke ich der schönen NachtstundenMaximilian Harden hielt am 15.11.1912 um 20 Uhr in München einen Vortrag, wie angezeigt
war: „Heute abend 8 Uhr findet im Hotel ‚Vier Jahreszeiten‘ der Vortrag ‚Die politische
Lage‘ von Maximilian Harden statt.“ [Münchner Neueste Nachrichten, Jg. 65, Nr. 584,
15.11.1912, General-Anzeiger, S. 3] Wedekind hat mit seiner Frau den Vortrag besucht
und verbrachte den Rest des Abends bis in die Nacht mit Maximilian Harden, Ernst Schweninger,
Hedwig Pringsheim, Thomas Mann und Max Bernstein zunächst bei einem Souper, dann im
Weinlokal Zur Torggelstube, wie er am 15.11.1912 notierte: „Mit Tilly in Hardenvortrag
Balkan. Souper Schwenninger Pringsheim Th. Mann Bernstein. T.St. Harden Berstein Mann
Pringsheim.“ [Tb] Hedwig Pringsheim notierte: „um 8 mit Tommy in die Jareszeiten zu
Hardens Vortrag über ‚die politische Lage‘; sprach 2½ St. interessant und ernst, mit
großem Beifall, aber one, wie er (vielleicht mit einigem Recht) meinte, den gewonten
Widerhall zu finden; worüber er nach Schluß einen förmlichen Tobsuchtsanfall bekam.
Nachdem er sich einigermaßen beruhigt, gemeinsames Abendessen in den Jareszeiten,
mit Tommy, 3 Schweningers, Wedekinds u. Bernstein. Da Harden um ½1 noch nicht genug,
alle, mit Ausnahme von Schweningers, noch in die Torgelstube, wo Wedekind Sekt bestellte!
Angeregte Unterhaltung bis ½3 u. komischer Zwischenfall mit dem Schriftsetzer, der
erst Harden feierte u. dann eine politische Rede hielt. Die 4 Herren brachten mich
dann noch zufuß heim; um ½4 ins Bett!“ [Tb Pringsheim, 15.11.1912], die
Ihre Freundlichkeit mir bereitet hat.
Ihnen und Ihrer liebenswürdigen Gattin die besten Wünsche.
Ich hoffe bestimmt, Sie Beide bald wiederzusehen.
Ihr
Harden
Herr u Frau J. F. Wollf grüßen Sie bestensMaximilian Harden bestellte Grüße von Johanna Sophie Wollf (geb. Gutmann) und deren
Gatten Julius Ferdinand Wollf, dem langjährigen Chefredakteur der „Dresdner Neuesten
Nachrichten“, der in der „Zukunft“ auch als Theaterfreund gewürdigt wurde: „Julius
Ferdinand Wollf (mit zwei ‚l‘ und einem ‚f‘ [...]), der Herausgeber der größten sächsischen
Tageszeitung, hat [...] seine Dresdener Dramaturgie veröffentlicht.“ [Herbert Eulenberg:
Dresdener Theater. In: Die Zukunft, Jg. 22, Nr. 21, 21.2.1914, S. 252] Wedekind hatte
mit Julius Ferdinand Wollf am 25.6.1912 in Dresden einen Abend verbracht: „Mit Ferdinand
Wollf im Kuhstall Ratskeller und Kafé König“ [Tb]..