Briefwechsel

Wedekind, Frank und Bernstein, Max

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München, 24. Oktober 1899 (Dienstag)
von Hartleben, Otto Erich, Bernstein, Max und Heine, Thomas Theodor
an Wedekind, Frank

[1. Hinweis in Wedekinds Brief an Hans Richard Weinhöppel vom 2.11.1899 von der Festung Königstein:]


[...] so erhielt ich vor acht Tagen eine Carte aus der American Bar, mitten darauf [...] Otto Erich Hartleben, darüber Heine, darunter Dr. Bernstein, dann noch einige langweilige Zöpfe und Zubehör.


[2. Hinweis und Zitat in Wedekinds Brief an Beate Heine vom 2.11.1899 von der Festung Königstein:]


Hartleben schrieb mir am Abend seines Durchfalls am Hoftheater eine Carte: „Auch ich starb fürs Vaterland.“

Einzelstellenkommentare

München, 29. Oktober 1912 (Dienstag)
von Wedekind, Frank
an Bernstein, Max

Lieber verehrter Herr JustizratMax Bernstein war Justizrat, Rechtsanwalt und Schriftsteller in München (Kanzlei: Pfandhausstraße 3, Wohnung: Briennerstraße 8a) [vgl. Adreßbuch für München 1913, Teil I, S. 48].!

heute Dienstag Abend dürfen wir Sie also um acht Uhrum 20 Uhr. zum AbendessenWedekind hielt den Besuch am 29.10.1912 fest: „Am Abend kommen Tilly Gerhäuser und Max Bernstein zum Abendessen.“ [Tb] erwarten. Die unerhörte Formlosigkeit bitte ich Sie damit zu entschuldigen, daß Frau Gerhäuser gerade diesen Abend freiOttilie Gerhäuser, Gattin des mit Wedekind befreundeten Tenors Emil Gerhäuser, war Schauspielerin am Münchner Schauspielhaus [vgl. Neuer Theater-Almanach 1912, S. 562], wo sie fast täglich auf der Bühne stand. war und danke Ihnen herzlich, lieber Herr Justizrat, daß Sie die Formlosigkeit nicht übel aufnehmen wollten. Also ganz einfach unter uns wie wir | gehen und stehen ohne irgendwelche Feierlichkeit. Ich danke Ihnen herzlich daß Sie uns diese Freude machen wollen.

Mit besten Grüßen von meiner Frau und mir
Ihr ergebener
Frank Wedekind.


Prinzregentenstraße 50. III.

Einzelstellenkommentare

München, 20. Dezember 1913 (Samstag)
von Wedekind, Frank
an Bernstein, Max

Sehr verehrter Herr Justizrat!

Wir hatten uns so auf das KonzertWedekind notierte am 20.12.1913: „Wir wollen in das Konzert von Eva Bernstein gehen kommen aber nicht dazu“ [Tb]; angekündigt war für 19.30 Uhr: „Heute Samstag abend finden statt: [...] ½8 Uhr im Museum der Violinabend von Eva Bernstein. Am Klavier Heinrich Kaspar Schmid.“ [Münchner Neueste Nachrichten, Jg. 66, Nr. 649, 20.12.1913, Morgenblatt, S. 3] Es handelte sich für die „jugendliche Geigerin Eva Bernstein“ um „ihr erstes Auftreten“ [Münchner Neueste Nachrichten, Jg. 66, Nr. 633, 12.12.1913, Vorabendblatt, S. 3]. Hedwig Pringsheim, mit den Eltern Max und Elsa Bernstein befreundet, notierte am 20.12.1913, dass „Eva Bernstein, die sehr gut spielte, stürmischen Erfolg des von Freunden besetzten Saales hatte.“ [Tb Pringsheim] Eva Bernstein gefreut, und/s/ vor acht Tagenam 12.12.1913. schon Plätze besorgt. Nun hat sich aber Herr Fritz Strindberg-Uhl für den heutigen AbendWedekinds Sohn reiste erst drei Tage später an, am 23.12.1913: „Hole Fritz Strindberg vom Bahnhof ab Er kommt in Uniform. Bei Isidor Bach kaufe ich ihm Zivilkleider. Spaziergang mit Fritz im Isarthal.“[Tb] bei uns angesagt. Wir erwarten den Jungen auch. Aber die Sache beschäftigte mich doch derart daß | ich für den Genuß des Konzertes nicht in richtiger Stimmung war. Darf ich Sie bitten uns bei der Künstlerin sowie bei Frau Justizrat so gut es geht, entschuldigen zu wollen.

Mit schönen Grüßen
Ihr ergebener
Frank Wedekind.


20.12.13.

Einzelstellenkommentare