Postkarte.
Herrn
Frank Wedekind
Paedo–agog (faute de mieux(frz.) mangels Besserem.)
München
Franz Josefstrasse 42./II.
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Dein ist mein Herz!
Teure Hidallahier Anspielung auf die Erzählerin in Wedekinds Romanfragment „Mine-Haha“, das ursprünglich den Titel „Hidalla oder Das Leben einer Schneiderin“ trug; das Drama „Hidalla oder Sein und Haben“ [vgl. KSA 5/II, S. 1054-1056] hat Wedekind erst 1903 begonnen. Das Romanfragment war von Mai bis Juni 1901 als Journaldruck erschienen [vgl. Die Insel 2, 1900/01, Bd. 3, Nr. 7, April, S. 27-36; Nr. 8, Mai, S. 93-111 und Nr. 9, Juni, S. 234-255]., tröste die Mit-BestienAnspielung auf die häufig von Wedekind selbst gespielte Rolle des Tierbändigers im „Prolog“ zum „Erdgeist“, der im März 1901 erschienen war [vgl. Die Insel 2, 1901, Nr. 6, März, S. 351-354]., die Peitsche ist wol
verwahrt u. steckt im Futteral. Wenn sie nichts Gescheiteres vorhat, soll die
Managerinnicht identifiziert. doch nächstens einen Abstecher hieher machen. Es ist sehr schön hier
u. man trinkt einen famosen Tiroler Roten. Von ganzem Herzen Dein
Harfnerwohl in Anspielung auf die Figur des Harfners in Johann Wolfgang Goethes Roman „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ (1795/96). Wer sich dahinter verbirgt, ist nicht ermittelt. vom Mine-KakaVerballhornung des Titels von Wedekinds Romanfragment „Mine-Haha“ (s. o.). Wedekind übersetzte den Namen mit „Lachendes Wasser“ [KSA 5/II, S. 883 und S. 1095f.]; hier möglicherweise in Anspielung auf das k. k. der österreichischen Monarchie oder auch fäkalmetaphorische Anspielung.